Prof. Dr. Carolin Hagelskamp

Prof. Dr. Carolin Hagelskamp ist seit Februar 2017 Professorin für Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Forschungsmethoden am Fachbereich Allgemeine Verwaltung.

21.03.2025

Prof. Dr. Carolin Hagelskamp, Professorin für Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Forschungsmethoden am Fachbereich Allgemeine Verwaltung
Foto: Janna Burchert

In ihrer Forschung beschäftigt sie sich insbesondere mit Diversity im Verwaltungs- und im Hochschulkontext und mit der Umsetzung und Wirkung von Bürgerbeteiligung. Der offene, kooperative Austausch mit Studierenden ist ihr ein großes Anliegen.

Wer oder was diente für Sie als persönliche Inspiration für Ihren Berufsweg als HAW-Professorin?

Ich habe in England und den USA studiert und seit dem ersten Tag in meinem Bachelor habe ich erlebt, dass meine Professor*innen sehr unterstützend waren und dass sie anscheinend ihren Job auch sehr mochten. Sie haben sich sehr eingebracht – sowohl in der Lehre als auch in der Forschung. Ich hatte das Gefühl, die haben Spaß an dem, was sie machen. Es hat mir auch der eine oder die andere vermittelt, dass sie es unterstützen würden, wenn ich in der Wissenschaft bliebe. Sie waren immer bereit für Gespräche, sind mit mir in Kontakt geblieben und haben Empfehlungsschreiben für mich verfasst.

Ich wünsche mir, dass im Jahr 2040 an der HWR Berlin …

… viele Menschen wirklich begeistert und engagiert studieren, dass es eine noch diversere Professor*innenschaft aus verschiedenen Altersgruppen und unterschiedlicher Herkunft gibt, die zusammenarbeiten und gerne lehren, und dass es Forschung mit guten Forschungsmöglichkeiten und Ressourcen gibt. Und außerdem: Dass die Standorte mehr verwachsen; dass auch interdisziplinär noch mehr kollaboriert wird. Und dass die HWR eine noch größere Präsenz in Berlin zeigt.

Sie waren lange Jahre im Ausland tätig – im universitären und außeruniversitären Bereich. Wie haben Sie diese Erfahrungen geprägt und was nehmen Sie davon für Ihre Arbeit in Forschung und Lehre an der HWR Berlin mit?

Ich habe von der großen Diversität in der Arbeitswelt und an den Universitäten in UK und den USA viel gelernt und profitiert. Im universitären Bereich habe ich eine sehr ausgeprägte, offene und kooperative Kultur des Austauschs zwischen Lehrenden und Studierenden wahrgenommen, die mich sehr positiv beeinflusst hat und die ich gerne weitertrage. Im außeruniversitären Bereich hat mich insbesondere die lösungsorientierte, pragmatische Art, mit der meistens an Probleme herangegangen wurde geprägt.

Was würden Sie zu Ihrem früheren „Ich“ sagen?

Das mag jetzt klischeehaft klingen, aber: Sich mehr zuzutrauen. Also, ich glaube, dass ich vor 20 Jahren immer gedacht hätte, wenn mir einer einen Job anbietet, der halbwegs passt, dann muss ich so dankbar sein, dass mir überhaupt ein Job angeboten wird, bis ich mal kapiert habe, dass man mit einer beruflichen Ausbildung und gewissen Erfahrungen auch etwas zu bieten hat.

Welche Empfehlung(en) würden Sie Frauen geben, die sich für eine Professur an einer HAW interessieren?

Horchen Sie in sich hinein, ob Sie diesen Beruf ausüben wollen und warum. Neben einer Reihe von praktischen Vorteilen ist es wichtig, sich klarzuwerden, ob die Motivation zu Lehre und Forschung da ist. Professorin zu sein ist häufig sehr individuelle Arbeit – man hat viel Freiheit, Flexibilität und Gestaltungsspielraum, aber dieses gilt es auch zu nutzen, von selbst passiert da nichts. Sich frühzeitig Netzwerke zu suchen und den Austausch zu pflegen ist zentral: mit Kolleg*innen, aber auch – insbesondere, da wir von einer HAW sprechen – mit der Praxis. Das kostet auch erstmal Energie, ist aber wichtig, um sich zu etablieren.

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